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zusammenLeben ohne Gewalt

Betroffene

Gewalt an / von Männern

Die meisten Opfer von (außerhäuslicher) Gewaltkriminalität sind männlich. Im häuslichen Bereich hingegen ist Gewalt gegen Männer ein Randthema – faktisch, in der Forschung und auch in der öffentlichen Debatte.

Im Gewaltbericht 2001 (PDF) wird dies damit begründet, dass Gewalt gegen Männer mit den ihnen zugedachten gesellschaftlichen Rollen nicht konform geht, sondern den ihnen zugeschriebenen Charaktereigenschaften wie Stärke, Überlegenheit und Unabhängigkeit widerspricht.

Dies zeigt sich u.a. darin, dass Männer nur selten zugeben, von der eigenen Partnerin misshandelt worden zu sein und dass sie eher dazu neigen, die an ihnen ausgeübte Gewalt zu bagatellisieren. Aus Scham sind sie oftmals nicht bereit, Hilfe Außenstehender anzunehmen.

Männer sind von physischer, psychischer und sexueller Gewalt betroffen

Männer berichten kaum über körperliche Gewalterfahrungen innerhalb der Familie. U.a. weil sie Gewalt weniger als solche wahrnehmen, weil sie auf Grund des Kräfteverhältnisses weniger bedrohlich auf sie wirkt und weil es Männern meist schwer fällt, darüber zu sprechen. Auch zeigen Männer ihre Partnerinnen seltener an als Frauen ihre gewalttätigen Partner.

Wenn Frauen Gewalt gegen ihre Männer ausüben, tun sie dies selten spontan, sondern meist über einen längeren Zeitraum geplant. Sehr oft gibt es eine Vorgeschichte von Gewalt, die Gewalt-als-Notwehr-These konnte jedenfalls nicht bestätigt werden.

Psychische Gewalt

Psychische Gewalt erleben Männer von ihren Partnerinnen in Form von Kränkungen und Demütigungen verbaler Art. Als besonders bedrohlich wird das In-Frage-Stellen der eigenen Männlichkeit erlebt.

Sexuelle Gewalt

Sexuelle Gewalt erfahren Männer überwiegend im außerfamiliären Bereich (Gefängnis, Arbeitsplatz, etc.). Der psychische Druck, der im Bereich der Sexualität auf Männer ausgeübt wird, ist groß. Sehr potent und „allzeit bereit“ zu sein, zählt zu jenen Bildern, die Männern als Ideal von Männlichkeit vermittelt werden. Unter dem Druck dieses Idealbildes kann es Männern daher schwer fallen zu artikulieren, dass sie „keine Lust“ haben. Da aber für Männer ungewollter Sex anders als bei Frauen weniger stark mit Demütigung, Depersonalisation und Machtlosigkeit verbunden ist, berichten sie kaum über sexuelle Gewalt in heterosexuellen Beziehungen. Dort wo sexuelle Aggression gegen Männer gewalttätig verläuft, in Form von Vergewaltigung durch andere Männer, sind die psychosozialen Folgen jenen vergleichbar, unter denen Frauen leiden.

Ausmaß der Gewalt

Wie viele Männer Opfer von Gewalt im sozialen Nahraum werden und wie viele Männer sich als Täter deklarieren, wurde in der Prävalenzstudie 2011 erhoben. Mehr zu Ausmaß an Gewalt.

Beratungsstellen

In allen Bundesländern können Sie in Männerberatungsstellen Unterstützung bei der Aufarbeitung eigener Gewalterfahrung oder bei der Auseinandersetzung mit eigener Gewalttätigkeit bekommen.

Literatur

  • [1] Österreichisches Institut für Familienforschung an der Universität Wien: Gewalt in der Familie und im nahen sozialen Umfeld. Österreichische Prävalenzstudie zur Gewalt an Frauen und Männern Wien, 2011
    PDF, 29 MB
  • [2] Haller, Birgitt / Kraus, Heinrich: Gewalt in der Familie – Partnergewalt und Gewalt in sozialen Nahebeziehungen. In: BMWFJ (Hg.), 5. Familienbericht 1999-2009, Wien, 2010
    PDF, 6 MB
  • [3] BMSG (Hg.): Gewalt in der Familie. Gewaltbericht 2001. Von der Enttabuisierung zur Professionalisierung. Teil 3: Gewalt gegen Männer Wien, 2001
    Der Gewaltbericht befasst sich mit der alltäglichen Gewalt in familiären Beziehungen und im sozialen Nahraum.
    PDF, 126 kB

www.gewaltinfo.at/plattform
Plattform gegen die Gewalt in der Familie: Vernetzungsbereich geschlechtsspezifische Burschen- und Männerarbeit

www.sozialministerium.at
Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz
Informationsoffensive zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit zum Thema "Wir sind Männer ohne Gewalt"