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zusammenLeben ohne Gewalt

Ausmaß von Gewalt

Sexuelle Belästigung und Gewalt

Drei Viertel der Frauen (74,2 %) und ein Viertel der Männer (27,2 %) wurden im Erwachsenenalter schon einmal sexuell belästigt. Als bedrohlich wurde diese psychische Übergriffsform von 29,7 % der Frauen bzw. 5,6 % der Männer erlebt.

Aufgeschlüsselt in die einzelnen Formen zeigt die Studie:

  • davon, dass jemand „zu nahe gekommen” ist und dies „als aufdringlich” empfunden wurde, berichten 55,7 % der Frauen und 16,1 % der Männer, was 18,8 % aller Frauen und 3,4 % aller Männer als bedrohlich erlebt haben;
  • davon, dass sie „auf eine Art und Weise angesprochen worden” sind, die als sexuell belästigend empfunden wurde, berichten 44,7 % der Frauen und 7,8 % der Männer, was 13,1 % aller Frauen und 2,3 % aller Männer als bedrohlich erlebt haben;
  • davon, dass „ihnen nachgepfiffen wurde oder sie angestarrt worden” sind, wodurch sie sich sexuell belästigt fühlten, berichten 42,9 % der Frauen und 2,7 % der Männer, was 8,6 % aller Frauen und 0,8 % aller Männer als bedrohlich erlebt haben;
  • von jemandem „berührt oder zu küssen versucht” worden zu sein, obwohl sie es nicht wollten, davon berichten 34,8 % der Frauen und 7,1 % der Männer, was 12,6 % aller Frauen und 1,4 % aller Männer als bedrohlich erlebt haben;
  • „in unpassenden Situationen: z. B. in der Arbeit, in der Ausbildung oder im Studium, belästigende sexuelle Angebote” erhalten zu haben, davon  berichten 23,3 % der Frauen und 4,3 % der Männer, was 6,3 % aller Frauen und 0,8 % aller Männer als bedrohlich erlebt haben;
  • „über Telefon, E-Mail oder Brief sexuell belästigt oder bedrängt” wurden nach ihren Angaben 20,0 % der Frauen und 3,7 % der Männer, was 7,4 % aller Frauen und 1,0 % aller Männer als bedrohlich erlebt haben.

Die sexuelle Belästigung ist jene Gewaltform, die am häufigsten an öffentlichen Orten erfahren wird (Frauen: 51,3 %, Männer: 12,5 %).

Übergriffe innerhalb der letzten drei Jahre

Das dritte Segment der Studie erhob die Gewalterfahrungen der Befragten zwischen 2007 und 2010. Dabei zeigt sich, dass das heutige Gewaltniveau, dem Frauen und Männer ausgesetzt sind, gegenüber den Prävalenzen über den gesamten bisherigen Lebenszyklus.

Mit sexueller Belästigung innerhalb der letzten drei Jahre waren 30,5 % aller Frauen und 6,2 % aller Männer konfrontiert. Im Gesamtzyklus betrachtet waren drei Viertel der Frauen (74,2 %) und ein Viertel der Männer (27,2 %) schon einmal sexuell belästigt worden. Als bedrohlich wurden diese psychischen Übergriffe von 29,7 % der Frauen bzw. 5,6 % der Männer erlebt.

Aufgeschlüsselt nach Gewaltformen zeigt sich folgendes Bild:

  • davon, dass jemand „zu nahe gekommen” ist, und dies „als aufdringlich” empfunden wurde, berichten für die vergangenen drei Jahre 19,3 % aller Frauen (gegenüber 55,7 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 18,8 %, die das als bedrohlich erlebt haben) und 3,6 % aller Männer (gegenüber 16,1 % der Männer für den gesamten Lebenszyklus bzw. 3,4 %, die das als bedrohlich erlebt haben);
  • davon, dass sie „auf eine Art und Weise angesprochen” worden sind, die als sexuell belästigend empfunden wurde, berichten 15 % aller Frauen (gegenüber 44,7 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 13,1 %, die das als bedrohlich empfunden haben) und 1,2 % aller Männer (gegenüber 7,8 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 2,3 %, die das als bedrohlich empfunden haben);
  • davon, dass ihnen nachgepfiffen wurde oder sie angestarrt worden sind, wodurch sie sich sexuell belästigt fühlten, berichten 16,7 % aller Frauen (gegenüber 42,9 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 8,6 %, die das als bedrohlich empfunden haben) und 1,2 % aller Männer (gegenüber 2,7 % für den gesamten Lebenszyklus und 0,8 %, die das als bedrohlich empfunden haben);
  • von jemandem „berührt oder zu küssen versucht” worden zu sein, obwohl sie es nicht wollten, davon berichten 9,4 % aller Frauen (gegenüber 34,8 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 12,6 %, die das als bedrohlich empfunden haben) und 1,8 % aller Männer (gegenüber 7,1 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 1,4 %, die das als bedrohlich empfunden haben);
  •  „in unpassenden Situationen: z. B. in der Arbeit, in der Ausbildung oder im Studium, belästigende sexuelle Angebote” erhalten zu haben, davon berichten 5,9 % aller Frauen (gegenüber 23,3 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 6,3 %, die das als bedrohlich empfunden haben) und 0,7 % aller Männer (gegenüber 4,3 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 0,8 %, die das als bedrohlich empfunden haben);
  • „über Telefon, E-Mail oder Brief sexuell belästigt oder bedrängt” wurden nach ihren Angaben 5,7 % aller Frauen (gegenüber 20,0 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 7,4 %, die das als bedrohlich empfanden) und 0,8 % aller Männer (gegenüber 3,7 % für den gesamten Lebenszyklus bzw. 1,0 %, die das als bedrohlich empfanden).

Über sexuelle Gewalt berichten 29,5 % der Frauen und 8,8 % der Männer. Die Bedrohlichkeit des Übergriffs wurde in der Studie nicht zusätzlich abgefragt.

Im Detail widerfuhr es

  • 25,7 % der Frauen und 8,0 % der Männer, dass sie von jemandem „intim berührt oder gestreichelt” wurden, obwohl sie sagten oder zeigten, dass sie das nicht wollten;
  • 13,5 % der Frauen und 8,0 % der Männer, von jemandem „zu sexuellen Handlungen genötigt” worden zu sein, die sie nicht wollten;
  • 8,9 % der Frauen und 2,0 % der Männer, dass jemand versuchte, „gegen meinen Willen in meinen Körper einzudringen oder mich zum Geschlechtsverkehr zu nötigen. Es kam aber nicht dazu”.
  • 7,0 % der Frauen und 1,3 % der Männer, dass jemand „gegen meinen Willen mit einem Penis oder etwas anderem in meinen Körper eingedrungen ist”.

In absoluten Zahlen berichteten von insgesamt 2 334 Befragten (davon 1 292 Frauen und 1 042 Männer) 91 (N) Frauen (7 %) und 14 (N) Männer (1,3 %) von der schweren sexuellen Gewalterfahrung, dass gegen ihren Willen mit einem Penis oder etwas anderem in ihren Körper eingedrungen wurde.

Sexuelle Gewalt erleben die in der vorliegenden Studie befragten Frauen gleich häufig in der Partnerschaft (10,7 %), an öffentlichen Orten (10,1 %) oder im Freundes- bzw. Bekanntenkreis (10,1 %).

Wenn Männer sexuelle Gewalt erleben, dann geschieht dies primär im Freundes- und Bekanntenkreis (3,8 %), an öffentlichen Orten (3,2 %) oder in der Arbeit bzw. am Ausbildungsplatz (2,4 %).

Achtundfünfzig Frauen und sieben Männer schilderten zumindest eine körperliche Verletzung als Folge der ihnen widerfahrenen sexuellen Gewaltakte. Eine Anzeige bei der Polizei erstatteten acht Frauen, hingegen kein Mann.

Gewalt wird primär in der Kombination von unterschiedlichen Gewaltformen erlebt. Frauen weisen deutlich höhere Prävalenzen auf als Männer, wenn es um die Kombination von unterschiedlichen Gewaltformen geht. So schildert z. B. jede vierte Frau, Gewalterfahrungen in allen vier Gewaltformen gemacht zu haben, im Vergleich zu jedem zwanzigsten Mann.

Übergriffe innerhalb der letzten drei Jahre

Das dritte Segment der Studie erhob die Gewalterfahrungen der Befragten zwischen 2007 und 2010. Dabei zeigt sich, dass das heutige Gewaltniveau, dem Frauen und Männer ausgesetzt sind, gegenüber den Prävalenzen über den gesamten bisherigen Lebenszyklus.

Über sexuelle Gewalt in den vergangenen drei Jahren berichten rund 8,5 % der Frauen (gegenüber 29,5 % für den gesamten Lebenszyklus) und 2,1 % der Männer (gegenüber 8,8 % für den gesamten Lebenszyklus).

Aufgeschlüsselt nach einzelnen sexuellen Gewaltformen widerfuhr es

  • 9,2 % aller Frauen (gegenüber 31,4 % im gesamten Lebenszyklus) und 1,9 % aller Männer (gegenüber 9,9 % im gesamten Lebenszyklus), dass sie von jemandem „intim berührt oder gestreichelt” wurden, obwohl sie sagten oder zeigten, dass sie das nicht wollten;
  • 2,9 % aller Frauen (gegenüber 17,1 % im gesamten Lebenszyklus) und 0,7 % aller Männer (gegenüber 4,3 % im gesamten Lebenszyklus), von jemandem „zu sexuellen Handlungen genötigt” worden zu sein, die sie nicht wollten;
  • 1,3 % aller Frauen (gegenüber 11,4 % im gesamten Lebenszyklus) und 0,2 % aller Männer (gegenüber 1,7 % im gesamten Lebenszyklus), dass jemand versucht hat, „gegen meinen Willen in meinen Körper einzudringen oder mich zum Geschlechtsverkehr zu nötigen. Es kam aber nicht dazu.”
  • 0,8 % aller Frauen (gegenüber 9,1 % im gesamten Lebenszyklus) und 0,2 % aller Männer (gegenüber 1,2 % im gesamten Lebenszyklus), dass jemand „gegen meinen Willen mit einem Penis oder etwas anderem in meinen Körper eingedrungen ist”.