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Gewalt an Kindern erkennen

Wie kann ich sexuelle Gewalt an Kindern erkennen?

Kinder sprechen nicht über sexuellen Missbrauch. Missbrauchstäter/innen versuchen die Kinder zum Schweigen zu bringen und die Kinder haben Angst vor den Folgen, wenn sie sich jemandem anvertrauen, da sie sich oft schuldig und verantwortlich für das Geschehene fühlen und Zweifel haben, ob ihnen geglaubt wird.

Hat der Missbrauch sehr früh begonnen, verstehen sie noch nicht, was mit ihnen passiert. Selbst wenn sie schon etwas älter sind, fehlt es ihnen meist an den Ausdrucksmöglichkeiten, um zu erklären, was mit ihnen geschieht.

Obwohl jedes Kind anders auf sexualisierte Gewalt reagiert ist es möglich zu erkennen, dass ein Kind sexuell missbraucht wird, da es durchaus Reaktionen zeigt, die als offene oder verdeckte Hilferufe auf Gewalterfahrungen hinweisen können.

Mögliche Symptome bei missbrauchten Kindern im Alltag ...

  • Sie klammern sich stark an die Bezugsperson/Mutter.
  • Sie wollen nicht mehr allein zu Hause bleiben.
  • Sie wollen nicht mehr allein schlafen.
  • Sie haben Schlafstörungen und Albträume.
  • Sie zeigen plötzliche Verhaltensänderungen.
  • Sie haben Konzentrationsstörungen und Schulleistungsabfall.
  • Sie nehmen an Gewicht ab oder zu oder entwickeln Essstörungen.
  • Sie waschen sich oft oder gar nicht mehr.
  • Sie nässen oder koten wieder ein.
  • Sie lehnen Zärtlichkeiten ab.
  • Sie laufen von zu Hause weg.
  • Sie erzählen sexuelle Geschichten oder benutzen sexuelle Ausdrücke, die ihrem Alter nicht entsprechen und zeigen teilweise sexualisiertes Verhalten.
  • Buben haben Angst, homosexuell zu sein.

Die Schwierigkeit, sexuellen Missbrauch zu „erkennen“, liegt darin, dass es kein so genanntes „Missbrauchs-Syndrom“, d. h. eine Mindestanzahl bestimmter Symptome oder eindeutige Auffälligkeiten gibt, die bei allen betroffenen Kindern auftreten.

Manchmal vertraut sich ein Kind jemandem an, obwohl es sein kann, dass nur ein Teil der Erfahrungen bzw. in der dritten Person darüber erzählt wird.

Wichtig ist immer, die Bereitschaft zu zeigen, dass zugehört wird und es der Selbstbestimmung des Kindes/Jugendlichen zu überlassen, wann, mit wem und worüber gesprochen wird.

Grundsätzlich gilt, dass Kinder von sich aus kaum Lügen über sexuellen Missbrauch erfinden.

Sexualisierte Gewalt verhindern

Kinder können vor sexueller Gewalt geschützt werden, wenn sie früh lernen, ihren Gefühlen zu vertrauen, "Nein" zu sagen, sich gegen Übergriffe zu wehren und rechtzeitig Hilfe zu suchen. Wichtig ist auch, dass Kinder über ihren Körper Bescheid wissen und Worte haben, wenn ihre Grenzen überschritten wurden. Sexualerziehung als Barriere gegen Grenzüberschreitungen.

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