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THEMEN 2015

Buben- und Burschenarbeit: Pornografie-Kompetenz als ein Beitrag zur Gewaltprävention?

Mag.(FH) Michael M. Kurzmann

Mag.(FH) Michael M. Kurzmann

Expertenstimme

Mag.(FH) Michael M. Kurzmann

"Sexuelle Gesundheit erfordert sowohl eine positive, respektvolle Herangehensweise an Sexualität und sexuelle Beziehungen als auch die Möglichkeit für lustvolle und sichere sexuelle Erfahrungen, frei von Unterdrückung, Diskriminierung und Gewalt." (WHO 2006: 5)

Nicht wenige in der Jugendarbeit Tätige sehen diese Voraussetzungen und Ziele sexueller Gesundheit durch eine zunehmende Pornografisierung jugendlicher Lebenswelten in Gefahr.

Pornografisierung

Wenn von Pornografisierung gesprochen wird, meint dies einerseits die zunehmende Verfügbarkeit und Nutzung von Pornografie, andererseits die zunehmenden Pornografie-Bezüge in der Populärkultur. Insbesondere durch das Internet ist sexuell explizites Material heute in historisch einmalig großer Menge und Vielfalt jederzeit und überall bequem und diskret zugänglich.

Die rechtliche und technische Medienregulierung stößt in Zeiten des Internets immer häufiger an ihre Grenzen. So ist es für Jugendliche trotz Jugendschutzgesetzen und Filtersoftware relativ leicht möglich, Zugang zu pornografischen Online-Inhalten zu bekommen. Zudem spielt die ebenfalls kaum kontrollierbare Weitergabe entsprechender Inhalte per Handy eine wachsende Rolle. Mit dem Mitmach-Web (Web 2.0) entwickelte sich ein Trend zur Produktion und Verbreitung sexuell expliziter Eigenkreationen (vgl. Döring 2011a: 229). Bezüge zur Pornografie finden sich in immer mehr Bereichen der Populärkultur wieder, was jüngst in der zeitdiagnostischen Figur des spornosexuellen Mannes mündete: "where sport got into bed with porn while Mr Armani took pictures" (Simpson 2014).

Auch wenn die wissenschaftliche Bewertung der Pornografisierung kontrovers ist, vor allem was die Schädlichkeit bzw. Nützlichkeit von Pornografie betrifft, so herrscht doch Konsens darüber, dass sexuell explizite Inhalte potentiell problematisch sein können – vor allem wenn es um Kinder und Jugendliche geht (vgl. Döring 2011a: 229).

Wissenschaftliche Studien zeigen bei Burschen und jungen Männern eine Nutzung von weniger vertrauenswürdigen Quellen, um Informationen über Sexualität zu erhalten – im Vergleich zu Mädchen. Zudem berichten heranwachsende Männer über eine geringere Zahl an Ansprechpartner_innen im Zuge ihrer sexuellen Aufklärung. Vor allem für Burschen und für Jugendliche mit Migrationshintergrund ergibt sich daraus ein erhöhter Bedarf an Gesprächspartner_innen und/oder alternativer Quellen der Information (vgl. beispielsweise Striliċ 2012, Harlander/Maier/Wailand/Seidler/Wochele 2011, BZgA 2010).

In der Studie "Sexuelle Gesundheit von Jugendlichen Steiermark" (2011) gaben 52,1 Prozent der befragten Burschen das Internet als liebste Informationsquelle zum Thema Sexualität an. Gespräche rangieren mit 45,4 Prozent auf Platz zwei, gefolgt von Pornos als drittliebste Informationsquelle (33,3 Prozent). Dagegen nutzen 74 Prozent der befragten Mädchen Gespräche als liebste Informationsquelle, gefolgt von Zeitschriften auf Platz zwei (49,8 %) und Schule/Unterricht (36,5 %) (vgl. Harlander/Maier/Wailand/Seidler/Wochele 2011: 15).

"Diese Daten bestätigen Befunde aus internationalen Studien, wonach für Burschen neben Gesprächen zunehmend Internet und Pornographie als wichtige Informationsquelle genutzt werden. Für die Präventionsarbeit folgert daraus, dass Medienkompetenz bzw. das Informieren über Chancen und Risiken von Informationen aus dem Internet und Aufklärung bezüglich Pornographie v.a. bei Burschen eine hohe Bedeutung zukommt. Werden sie in dieser Entwicklung alleine gelassen, geht man an der Realität v.a. von jungen Burschen vorbei und verpasst wichtige Präventionschancen." (Harlander/Maier/Wailand/Seidler/Wochele 2011: 15)

Trotz dieser Belege einer stärkeren Nutzung von Internet und Pornografie als Informationsquellen zum Thema Sexualität im Vergleich zu Mädchen, ist eine Versämtlichung von Buben und Burschen für die pädagogische Praxis zu vermeiden. Auch unter Burschen sind ganz unterschiedliche Pornografie-Nutzungsintensitäten zu finden. Zu berücksichtigen ist die Existenz von Vielnutzern bis hin zu Wenig- oder Nichtnutzern. Zudem gilt es, Pornografie nicht als quasi naturgemäßes Handlungsfeld von Männern festzuschreiben. Wichtig ist vielmehr, den starken Einfluss von Geschlechternormen und -stereotypen im Auge zu behalten: Masturbation, Pornografie-Nutzung und das Berichten darüber geht mit männlichen Geschlechterrollen konform, kollidiert aber mit tradierten Rollenzuschreibungen an Frauen, denen zufolge Mädchen und junge Frauen normalerweise durch die Liebe zu einem Burschen bzw. Mann sexuelle Erfüllung erfahren und alles andere weder wollen noch brauchen (vgl. Döring 2011a: 242f). Zudem sind Pornografie-Angebote von und für Frauen weniger bekannt (vgl. Döring 2011b: 37).

Wie kann die Förderung Pornografie-bezogener Medienkompetenz in der konkreten Praxis umgesetzt werden?

Bevor mit Hilfe des 3 Ebenen x 5 Komponenten-Modells der Pornografie-Kompetenz (Döring 2011) konkrete Ansatzpunkte benannt werden, sind zunächst einige Fragen der pädagogischen Haltung in der Buben- und Burschenarbeit zu beantworten:

"So viel Antisexismus wie nötig und so viel Parteilichkeit wie möglich" (Jantz 2003: 63): Dieser Leitsatz antisexistischer Jungenarbeit bringt zum Ausdruck, dass die Auseinandersetzung mit Burschen im Falle sexistischer Sprüche und grenzüberschreitenden Verhaltens immer auch ein in-Beziehung-treten verlangt, wenn nachhaltige Veränderungen erzielt werden wollen.

Uwe Sielert spricht davon, dass es hier nicht ausreicht, sich vornehm herauszuhalten und pädagogische Programme abzuspulen. Um als Burschenarbeiter_in Zugang zu den Jugendlichen zu finden, gilt es ihre Inhalte zur Kenntnis zu nehmen, ernst zu nehmen und vor allem in Beziehung zu treten (Sielert 2010: 135).

Übertragen auf die Thematisierung von Pornografie in der Buben- und Burschenarbeit bedeutet das für die pädagogische Haltung: "Eine negativ wertende Pornografie-Definition bietet sich für die praktische Arbeit insofern nicht an, als die Vorwegnahme einer pauschalen Negativbewertung sexuell expliziter Inhalte mit dem heutigen Kompetenz- und Bildungsverständnis kollidiert: Dementsprechend beinhaltet Pornografie-Kompetenz nämlich gerade die Befähigung zur differenzierten und eigenständigen Beurteilung des Gegenstandes. Dies schließt ethische Überlegungen ausdrücklich ein, reduziert diese aber eben nicht auf simple Pro- und Kontra-Positionierungen, [...]."(Döring 2011a: 231f). Auch beim Thema Pornografie ist also ein Einlassen auf den Gegenstand notwendig.

3 Ebenen x 5 Komponenten-Modell der Pornografie-Kompetenz

Nicola Döring, Universitäts-Professorin für Medienpsychologie und Medienkonzeption an der TU Ilmenau, hat basierend auf etablierten Modellen der Medienkompetenz ein 3 Ebenen x 5 Komponenten-Modell der Pornografie-Kompetenz (porn literacy) entwickelt. Es soll zur Prävention negativer Pornografie-Wirkungen beitragen.

Döring unterscheidet im Modell zunächst drei Ebenen der Involvierung, die mit unterschiedlichen Handlungsweisen verbunden sind:

  • Pornografie bewerten (Bewertungskompetenz) - Wie kann ich sexuelle explizite Medienangebote selbst- und sozialverantwortlich angemessen bewerten?

  • Vorhandene Pornografie nutzen (Nutzungskompetenz)

  • Sexuell explizite Texte, Bilder und Filme gestalten

Durch das Web 2.0 gewinnt Gestaltung gerade auch bei Jugendlichen an Bedeutung, z. B. in Form von Posing oder Sexting. Gestaltungskompetenz kann hier auf bewusste Abstinenz hinauslaufen, aber auch vielfältige Formen eines selbst- und sozialverantwortlichen Umgangs mit expliziten Eigenkreationen umfassen (vgl. Döring 2011a: 236f).

Auf allen drei Ebenen spielen wiederum jeweils fünf Bündel von Kenntnissen und Fertigkeiten eine Rolle (vgl. ebd.: 237ff). Mit Blick auf die Buben- und Burschenarbeit und das Thematisieren mit Jugendlichen bzw. zur Selbstreflexion sollen hier exemplarisch einige ausgewählte Ziele und Fragestellungen für jedes Bündel benannt werden:

  1. Medienkunde: Was versteht man unter Pornografie? Sensibilisieren für die formalen Macharten, also das Tricksen in Pornos, z. B. durch die Auswahl der Darsteller_innen, Beleuchtung, Kameraperspektive, Schnitttechnik etc. Entwickeln eines Verständnisses für den jeweiligen Grad von Fiktionalität und Authentizität pornografischer Darstellungen (z. B. kommerzielle Mainstream- vs. Amateur-Pornografie)
  2. Kritikfähigkeit: Welche Risiken und Probleme sind ganz allgemein mit welcher Art von Pornografie bzw. ihrer Produktion, ihren Inhalten und ihrer Nutzung verbunden? Welche Risiken ergeben sich beim eigenen Pornografie-Konsum und wie können diese reduziert und vermieden werden? Hier können beispielsweise Fragen des Zeitaufwandes, der Kosten, der Grenzen der Legalität, der eigenen widersprüchlichen Reaktion auf Pornografie sowie die Funktionalität oder Dysfunktionalität des eigenen Nutzungsverhaltens erörtert werden. Auch ethische Erwägungen spielen hier eine bedeutende Rolle. So können beispielsweise die Arbeitsbedingungen professioneller Darsteller_innen, die Einvernehmlichkeit bei der Erstellung und Verbreitung von Eigenkreationen (z. B. Nacktaufnahmen als Liebesbeweis) oder die transportierten Geschlechternormen ("die Frau, die immer will – der Mann, der immer kann") kritisch betrachtet werden.
  3. Genussfähigkeit: Zu den Funktionen von Pornografie gehören neben sexueller Stimulation, Fantasieanregung und Unterstützung der Selbstbefriedigung vor allem auch die Befriedigung von Neugier, Spaß und Unterhaltung, Entspannung, Information über sexuelle Stellungen und Praktiken sowie die Bestätigung der eigenen sexuellen Identität. Queere Pornografie spielt besonders für gleichgeschlechtlich empfindende Menschen angesichts der vorherrschenden Norm der Heterosexualität eine wichtige identitätsbestätigende Rolle. Genussfähigkeit im Hinblick auf Partner_innen- wie Solosexualität soll zwanghafter oder suchtähnlicher Pornografie-Nutzung vorbeugen.
  4. Fähigkeit zur Meta-Kommunikation: Wie können wir bzw. wie kann ich in adäquater Weise über das Thema Pornografie sprechen? Welche Worte sind passend? Wie kann ich mir bei entsprechenden Fragen Unterstützung holen? Mit wem kann ich mich dazu austauschen? Inwieweit soll ich mich dabei selbst offenbaren? Wie kann ich mit unterschiedlichen Positionen und Meinungen zum Thema Pornografie umgehen?
  5. Fähigkeit zur Selbst-Reflexion: - um sich gegebenenfalls äußeren Einflüssen zu widersetzen bzw. sich persönlich weiterzuentwickeln: Wie ist mein eigener Standpunkt zur Pornografie? Was finde ich schön, anregend, aufregend, interessant etc. an Pornos? Was unangenehm, abstoßend, ekelig, Angst machend? Was für eine Sex-Szene aus einem Film, Video-Clip, Buch hat mir gefallen? Was sollte in m/einer Beziehung anders/genauso sein wie in Pornos? (vgl. Flotho/Hajok 2009 zit. n. Döring 2011a: 247)

Um das 3 Ebenen x 5 Komponenten-Modell zur Förderung der Pornografie-Kompetenz für die Buben- und Burschenarbeit nutzbar zu machen, bedarf es einer sehr individuellen Übersetzung und Konkretisierung – abgestimmt auf Kontext und Zielgruppe der eigenen Arbeit.

Das Alter der Jugendlichen und somit das Thematisieren in altersadäquater Sprache bilden einen zentralen, aber nicht den einzigen Orientierungspunkt. Auch in einer Gruppe etwa gleichaltriger Buben oder Burschen können die individuellen Interessen, Entwicklungsstände, Grenzen, Erfahrungen etc. höchst unterschiedlich sein.

Auf diese Diversität innerhalb der Gruppe ist ebenso zu achten wie auf die innerpsychische Diversität. Gerade Burschen in der (Vor)Pubertät sind mit oftmals sehr widersprüchlichen inneren Strebungen konfrontiert, die gleichzeitig existieren. Das Festhalten an bisherigen Bindungen und Interessen steht neuen Wertigkeiten und Prioritäten, starken Veränderungen des Körpers sowie neuen (sexuellen) Gefühlen gegenüber. Neues erscheint noch unklar am Horizont, dennoch muss Altes aufgegeben werden. Körperliche Veränderungen und Regungen werden oft als nicht kontrollierbar erlebt, was viele Burschen ängstigt, auch wenn sie selten darüber sprechen. Das Thematisieren von Pornografie ist deshalb in einem breiteren Rahmen ganzheitlicher sexueller Bildung zu verorten: "Dabei ist es gerade für junge Menschen zentral, einen wertschätzenden Umgang mit dem eigenen Körper, der eigenen Persönlichkeit und damit auch dem Gegenüber zu erlernen" (Bundes Jugend Vertretung 2014: 5). Im Hinblick auf formale Bildungskontexte, z. B. Workshops an Schulen, sind alle am Bildungsprozess Beteiligten: Eltern/Erziehungsberechtigte, Lehrer_innen etc. zumindest genau über Ziele und Arbeitsweisen in den Workshops zu informieren.

Internet-Pornografie und Gewalt

Nicht jedes sexuell explizite Medienangebot ist gewaltverherrlichend bzw. in den Kontext von Gewalt zu stellen: Zu vielfältig und ausdifferenziert sind mittlerweile die pornografischen Subgenres, ihre Produktionsformen, Medienformate, Inhalte und Zielgruppen (vgl. dazu Döring 2011a: 232ff). Wenn Jugendliche sich bei der Pornorezeption in der Peergroup einig sind, wie ekelig Gay- oder Granny-Sex und wie krank Sadomaso- oder Fäkal-Sex sind, versichern sie sich identitätsbestärkend ihrer Normalität. Was zunächst als Anlass zur Beruhigung erscheint – im Sinne, dass negative Vorbildwirkungen entfallen – kann über die Vermischung von illegalen Missbrauchsbildern mit legalen Darstellungen minorisierter Begehrensformen zur Stigmatisierung und Diskriminierung beispielsweise gleichgeschlechtlich empfindender Jugendlicher führen (vgl. ebd.: 242).

Auch im Hinblick auf die Wirkung von Internetpornografie auf Jugendliche ist von ganz unterschiedlichen Effekten auszugehen. Im Rahmen der Forschungen zu den psychischen Folgen der Internetnutzung wird u. a. ein Strukturverstärkungseffekt oder Matthäus-Effekt beschrieben. Benannt nach dem biblischen Prinzip "Wer hat, dem wird gegeben" (aus dem Matthäus-Evangelium) besagt diese Strukturverstärkungshypothese, dass psycho-sozial Privilegierte besonders stark vom Internet profitieren und dadurch ihre Vorteile in der Lebensqualität weiter ausbauen können. Ihr Abstand zu Personen mit geringeren psycho-sozialen Ressourcen vergrößert sich somit noch (vgl. Döring 2014: 265).

Ein vergleichbarer Effekt ist auch bei der Pornografie-Nutzung anzunehmen: Während ein Teil der Burschen die Informationen aus sexuell explizitem Material – z. B. zur Vielfalt an Stellungen und Praktiken – sogar positiv nutzen oder im Falle von Queer Porn von den identitätsstabilisierenden Funktionen profitieren kann, trifft die Pornografie-Nutzung bei anderen auf psycho-soziale Risikofaktoren: "[Es] ist davon auszugehen, dass Pornografie erst in Kombination mit bestimmten Risikofaktoren negative Wirkungen erzeugt. [...] Aggressive Dispositionen und Frauenhass können durch Intensivnutzung von Gewaltpornografie verstärkt werden. Hier wirkt die Onlinepornografie als Katalysator, nicht jedoch als Problemursache. Es gilt, diese Risikogruppen frühzeitig zu erkennen und ihnen psychosoziale Unterstützung anzubieten." (Döring 2011b: 37) Diese Risiko-Fälle benötigen ob der klinischen Symptomatik entsprechende sozio- bzw. psychotherapeutische Interventionen.

Neben rechtlichen und technischen Maßnahmen zur Medienregulierung bietet der Zugang der Kompetenzförderung (vgl. Döring 2011a: 229f) gerade für die Buben- und Burschenarbeit wesentliche Ansatzpunkte, um Jugendlichen einen selbst- und sozialverantwortlichen Umgang mit medialer Sexualisierung und Pornografisierung zu ermöglichen.

Das Modell der Pornografie-Kompetenz gibt zahlreiche Fragen in die Hand, die Diskussion und Auseinandersetzung sowie Selbst-Reflexion fördern können. Wie diese Fragen methodisch bearbeitet werden, ist zielgruppenorientiert stets neu zu entscheiden. Eingebettet in ein umfassendes Konzept sexueller Bildung, das einen achtsamen Umgang mit sich und anderen zum Ziel hat sowie Geschlechterverhältnisse und Rollenbilder thematisiert, liefert das Modell der Pornografie-Kompetenz einen wichtigen Beitrag zur Gewaltprävention. Pornografie-Kompetenz wäre gerade für jene Burschen notwendig, die schon psychosoziale Defizite aufweisen. Gezielte Angebote – von psychotherapeutischen Interventionen bei klinischer Symptomatik bis hin zum Ausbau der Buben- und Burschenarbeit – könnten hier tatsächlich Gewalt verhindern helfen.

Mag.(FH) Michael M. Kurzmann ist Sozialarbeiter, Psychoanalytiker i.A.u.S. (APLG) und im Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark als Casemanager in der Gewaltarbeit sowie Geschäftsleiter der Fachstelle für Burschenarbeit tätig; er ist Mitglied der GenderWerkstätte sowie Lehrbeauftragter am Zentrum für Soziale Kompetenz der Karl-Franzens-Universität Graz

Literatur

  • [1] Bundes Jugend Vertretung (2014): Positionspapier Sexualität 2014
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  • [2] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) (Hrsg.): Jugendsexualität 2010. Repräsentative Wiederholungsbefragung von 14- bis 17-Jährigen und ihren Eltern – Aktueller Schwerpunkt Migration. Ergebnisse der aktuellen Repräsentativbefragung. S. 195–200 Köln: BZgA, 2010
  • [3] Döring, Nicola: Psychische Folgen der Internetnutzung In: Der Bürger im Staat, Heft 4-2014, 64. Jahrgang. S. 261-267, Stuttgart: Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2014
  • [4] Döring, Nicola: Pornografie-Kompetenz: Definition und Förderung. In: Zeitschrift für Sexualforschung 2011/24, S. 228-255, Stuttgart/New York: Thieme Verlag, 2011
  • [5] Döring, Nicola: Pornografie im Internet: Fakten und Fiktionen In: tv diskurs. Verantwortung in audiovisuellen Medien, 15. Jg., 3/2011 (Ausgabe 57), S. 32-37, 2011
  • [6] Harlander, Eva; Maier-Wailand, Petra; Seidler, Yvonne; Wochele, Christian: Sexuelle Gesundheit von Jugendlichen Graz, Hazissa - Fachstelle für Prävention, 2011
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  • [7] Jantz, Olaf: Männliche Suchbewegungen - Antisexistisch und parteilich? Jungenarbeit zwischen Begegnung und Veränderung In: Jantz, Olaf; Grote, Christoph, Jungenarbeit. Konzepte und Impulse aus der Praxis. Opladen: Leske + Budrich, S. 63-88, 2003
  • [8] Sielert, Uwe: Jungenarbeit. Praxishandbuch für die Jugendarbeit, Teil 2. Vierte Auflage. Weinheim und München: Juventa Verlag, 2010
  • [9] Simpson, Mark: The metrosexual is dead. Long live the "spornosexual" In: The Telegraph, 10 Jun 2014, 2014

    Weitere Informationen
  • [10] Strilić, Martina: Einstellungen zu Sexualität bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. „Das Erste Mal – Sexualität und Kontrazeption aus der Sicht der Jugendlichen - 10 Jahre danach“. Voruntersuchung im Auftrag der Österreichischen Gesellschaft für Familienplanung. Wien: ÖGF, 2012
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  • [11] World Health Organisation: Defining sexual health. Report of a technical consultation on sexual health, 28–31 January 2002 Genf: WHO, 2006
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http://www.vmg-steiermark.at/
Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark (vormals Verein Männerberatung Steiermark)

http://www.genderwerkstaette.at/
GenderWerkstätte - eine Koopaeration von Verein Frauenservice Graz und Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark

http://soziale-kompetenz.uni-graz.at/
Zentrum für Soziale Kompetenz - Karl-Franzens-Universität Graz