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zusammenLeben ohne Gewalt

Sexueller Missbrauch von Buben

Sexueller Missbrauch von Buben kann - aus geschlechtsspezifischen Gründen - auch andere Auswirkungen als bei Mädchen haben.

Missbrauchsopfer fühlen sich ohnmächtig. Sie glauben, keinen Einfluss darauf nehmen zu können, was mit ihnen geschieht. Sie empfinden sich oft als hässlich, schwach und als Versager. Da Schwäche aber nicht dem Rollenbild von Männern entspricht, versuchen männliche Opfer eher als weibliche, durch dominantes und aggressives Verhalten das verloren gegangene Gefühl von Kontrolle wiederzuerlangen. Das kann so weit führen, dass betroffene Buben selber andere misshandeln oder sexuell missbrauchen.

Auch wenn ihr Verhalten verständlich erscheint, muss aber klar sein, dass betroffene Buben, die selber zu Tätern werden, die Verantwortung für ihr Handeln tragen.

Viele von Männern missbrauchte Buben haben Angst, von ihrer Umgebung als „schwul“ angesehen zu werden. Lebt der Täter in heterosexuellen Beziehungen, hat er beispielsweise Frau und Kinder, kommt zu dieser Angst die Befürchtung, dass die vermeintliche eigene „schwule“ Ausstrahlung die Täter zu Übergriffen auffordert. Die Buben glauben, sie seien „pervers und anormal“, weil ja der Täter in sogenannten „normalen“ Beziehungen lebt, also „normal“ sein muss.

Buben tun sich erfahrungsgemäß noch schwerer als Mädchen, sich Hilfe zu holen, wenn sie sexuelle Gewalt erleben, weil das „Opfersein“ nicht dem gängigen Männerbild entspricht. Es ist daher im Interesse aller Buben, Rollenklischees – wir Buben müssen immer Stärke zeigen und dürfen nicht weinen usw. –  abzubauen.