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Wer sind die Täter/innen?

Mädchen wie Buben werden überwiegend (zwischen 80 und 98%) von (heterosexuellen) Männern sexuell missbraucht:

  • Rund die Hälfte der Täter sind Vaterfiguren oder Verwandte: Stiefväter, Väter, ältere Brüder, Großväter, Freunde/Lebensgefährten der Mutter, Onkel,
  • Cousins ...
  • Fast die Hälfte der Täter sind nahe Bezugspersonen: Freunde der Eltern, Nachbarn, Lehrer, Babysitter, Erzieher in Heimen, Jugendgruppenleiter, Therapeuten, Ärzte, Pfarrer, Bademeister ...
  • Nur 6–15% sind Fremde, den Mädchen unbekannte Männer.

Die Täter

Die Täter kommen zwar aus allen gesellschaftlichen Schichten, haben aber dennoch einiges gemeinsam: Sie leben ein perfektes Doppelleben, handeln und denken primär egozentrisch, haben ihre Impulse teilweise gut unter Kontrolle, sind selten im psychiatrischen Sinne in ihrer Persönlichkeit gestört, haben auch nach ihren Delikten kein Schuldgefühl und leugnen und verharmlosen prinzipiell, was sie getan haben. Die Hälfte der Täter beginnt mit den sexuellen „Übergriffen“ bereits als Jugendlicher. Missbrauchstäter finden zu keiner reifen, altersadäquaten Sexualität und missbrauchen daher abhängige Kinder und Jugendliche zur Befriedigung ihrer sexualisierten Machtbedürfnisse.

In Untersuchungen wurden folgende Tätertypen festgestellt:

  • Vergewaltigende Missbrauchstäter erleben nur in der aggressiven Sexualität mit Kindern wirkliche Lust.
  • Exhibitionistische Täter lieben die Fantasie, vor Kindern und Frauen ihre Überlegenheit zu beweisen. In Parks oder auf Kinderspielplätzen haben etliche Täter ihre „ersten Erfahrungen“ gesammelt.
  • Pädosexuelle Täter haben eine fixierte sexuelle Orientierung auf Kinder. Sie wollen meist selbst wie Kinder sein.
  • Inzesttäter planen ihre Taten oft jahrelang, überwinden dabei Hindernisse beim Kind, schaffen Gelegenheiten (z. B. dass die Frau aus dem Haus muss) und bringen Kinder in die Situation, sich schuldig zu fühlen. Sie deuten den Missbrauch um und nennen es „verwöhnen“, „die Liebe erklären“ oder „eine besondere Beziehung“.
  • Prädisponierte Täter waren selbst Opfer von psychischem/physischem und/oder sexuellem Missbrauch und richten ihre unverarbeiteten Erlebnisse als sexuelle Gewalt gegen Kinder.

Die Täterinnen

Sexuell missbrauchende Frauen sind innerhalb des Tabuthemas „sexuelle Gewalt“ besonders tabuisiert. Gewalttätige und v. a. sexuelle Übergriffe passen nicht zu einem Rollenbild, das Frauen als fürsorglich, einfühlsam und zärtlich beschreibt. Viele können sich daher nur schwer vorstellen, dass auch Frauen Kinder sexuell missbrauchen.
Der Missbrauch ist oft nur schwer zu erkennen, weil Täterinnen sexualisierte Gewalt häufig in Pflegehandlungen (waschen, eincremen etc.) einbinden.

In einer Untersuchung wurden drei unterschiedliche Typen von Täterinnen festgestellt:

  • die ausbeuterische Verführerin – sie benutzt ihre überlegene Position zur ausbeuterischen Verführung von Kindern und Jugendlichen. Diese Form des Missbrauchs, z. B. wenn eine „erfahrene Frau“ einen Heranwachsenden „in die Liebe einführt“, wird sehr oft als Liebesverhältnis missverstanden.
  • die prädisponierte Täterin – sie war meist selbst Opfer von sexuellem Missbrauch und richtet ihre unverarbeiteten Erfahrungen als sexuelle Gewalt gegen Kinder.
  • die vom Mann gezwungene Täterin – sie steht unter dem Einfluss eines oft gewalttätigen Mannes, der sie zwingt, Kinder sexuell zu missbrauchen.

Das Wissen über Täterinnen ist noch sehr gering, weil mit der Forschung zur Thematik erst vor relativ kurzer Zeit begonnen worden ist.