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zusammenLeben ohne Gewalt

THEMA: Risiken digitaler Medien

Schutz und Sicherheitsmaßnahmen

Mag.a Maria Rösslhumer

Sich vor Gewaltübergriffen zu schützen, ist im realen Leben schon schwer genug. Im Internet kann es noch viel schwerer und komplizierter sein. Die Gesetze zum Schutz von Opfern von Gewalt in der Familie und im sozialen Nahraum sind bei Gewalt im Internet noch nicht so wirksam, weil die Täter/innen im Internet schwerer greif- und fassbar sind. Die scheinbare Anonymität macht es Opfern und Helfer/innen schwer, die Täter/innen zu finden und gesetzlich gegen sie vorzugehen. 

Grundsätzlich sind alle Formen der Cybergewalt strafbar: Beharrliche Verfolgung/Stalking (§ 107a StGB), Datenbeschädigung (§ 126a StGB), Wiederrechtlicher Zugriff auf ein Computersystem (§ 118a StGB), Nötigung (§ 105 StGB),Verleumdung (§ 297 StGB), Kreditschädigung (§ 152 StGB), Üble Nachrede (§ 111 StGB), Beleidigung (§ 115 StGB).

Vor einer Anzeigeerstattung ist es ratsam und empfehlenswert sich professionell beraten zu lassen: z.B. bei der Frauenhelpline 0800/222 555, in einer der Gewaltschutzzentren oder in einer Frauenberatungsstelle.

Tipps und Vorsichtsmaßnahmen, wie frau sich vor Cybergewalt schützen kann

Mag.a Sandra Gerö

Abschalten und sich vor neuen Medien fernzuhalten ist keine Lösung – vielmehr gibt es folgende Vorschläge:
  • Die Aneignung einer umfassenden Medienkompetenz kann stärken und präventiv schützen.
  • Hilfs- und Schutzangebote nützen: Saferinternet: www.safernet.at, den „Internet Ombudsmann“ oder die Meldestellen des Innenministeriums gegen Kinderpornografie meldestelle@interpol.at
  • Broschüren, Sicherheitstipps und Schulungsangebote zu Medienkompetenz können das Bewusstsein schärfen sowie das Wissen erweitern.
  • Angriffe auf oder Eingriffe in den eigenen PC können durch die Installierung von Softwareprogrammen verhindert werden: Virenschutz, Pop-Up Stopper, Spyware-Blocker, Firewall, Browser-Filter.
  • Sicherheit kann auch durch das eigene Verhalten erzielt werden, z.B. durch Passwortsicherheit. Viele Frauen legen im Vertrauen zum Partner kein eigenes Passwort an oder geben es bekannt („Wir haben keine Geheimnisse voreinander“). Besser: nicht erratbare Passwörter anlegen, diese ab und zu ändern und nicht im Computer abspeichern. 
  • Frauen benutzen oft die E-Mail-Adressen der Partner. Das Anlegen und Benutzen von eigenen E-Mail-Adressen oder auch Free-Mails können vor Gewaltformen schützen.
  • Anonyme Free-Mail-Adressen für Chats und Internetformen verwenden.
  • Unterschiedliche E-Mail-Adressen für unterschiedliche Plattformen verwenden.
  • Bei Stalkingerfahrungen sollte ein Filter für bestimmte E-Mails anlegt werden.
  • Keine E-Mails als CC-Adressen weiterleiten, sondern dafür BCC verwenden, weil sonst E-Mail-Adressen ungewünscht mitgeliefert werden.
  • Bei der Neuregistrierung von Plattformen und Profilen zuerst die Profil-/Privatsphäre-Einstellungen überprüfen.
  • Keine privaten Daten wie Name, Adresse, Handynummer etc. öffentlich zugänglich machen.
  • Keine intimen Fotos weitergeben oder veröffentlichen. Stichwort Sexting
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